Zehn-Wege-Therapie nach Seeger: individuelle Ursachendiagnostik und Ursachentherapie

Zehn-Wege-Therapie nach Seeger: individuelle Ursachendiagnostik und Ursachentherapie

Der Begründer der Zehn-Wege-Therapie, der Arzt und Forscher Dr. med. Dr. sc. nat. Paul Gerhardt Seeger, 1903 – 1991, arbeitete über 50 Jahre lang in der Krebsforschung. Er publizierte mehr als 250 Aufsätze und Bücher, 1974 erschien sein Standardwerk „Krebs – Problem ohne Ausweg?”.

Seegers Forschungstätigkeit und seine Verdienste werden von Medizinern im In- und Ausland hoch geschätzt und er wurde zwei mal, 1979 und 1980, für den Nobelpreis nominiert. Vor 40 Jahren stellte Seeger Richtlinien zu einer an den Ursachen orientierten Krebstherapie zusammen. Diese Therapie ist heute unter dem Namen „Zehn-Wege-Therapie“ bekannt. (1)

Seit 30 Jahren bilden Seegers Richtlinien nun auch die Basis der in unserem Haus durchgeführten Krebsbehandlungen.

Zehn-Wege-Therapie nach Seeger

Der 1. Weg: Herde und Störfelder

Der erste der 10 Wege ist das Aufspüren aller Herde und Störfelder im Körper des Patienten und die anschließende Herdsanierung.

Es war für Seeger klar, dass es sich bei einer Tumorentwicklung nicht um ein Lokalproblem handelt, sondern dass eine Belastung des Gesamtorganismus vorliegen muss. Daher empfahl er, alle toxinbildenden Herde und Störfelder im Körper zu suchen und anschließend zu eliminieren. Als Methoden kommen Elektroakupunktur nach Voll, Thermoregulationsdiagnostik und neuraltherapeutischen Narbenentstörung nach Hunecke und Varro zum Einsatz. In unserem Haus verwenden wir darüber hinaus auch modernere Diagnosemethoden wie der Biopulsartest und Bioresonanzdiagnostik.

All die genanten Testverfahren zum Aufspüren von Herden und Störfeldern stehen der Schulmedizin nicht zur Verfügung.

Der 2. Weg: Desensibilisierung

Der zweite Weg der Zehn-Wege-Therapie ist die Desensibilisierung.

Unter Desensibilisierung versteht Seeger die Entlastung des Immunsystems durch den Abbau von allergisierenden Substanzen. Das geschieht mit Hilfe von Heparin, das wir bei uns im Rahmen der Ozon-Sauerstofftherapie einsetzen.

Der 3. Weg: Entgiftung des Organismus

Der dritte und sehr wichtige Weg ist die Entgiftung des Organismus von allen zugeführten oder intern gebildeten Toxinen (2). Der Leber, als dem wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers, kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Wir finden bei Krebspatienten oft eine hohe Toxinbelastung. Mögliche Ursachen hierfür sind über lange Zeit eingenommene, nebenwirkungsreiche Medikamente oder auch Schwermetalle (3), besonders aus Zahnfüllungen. Dazu kommen Umweltbelastungen in großer Zahl. All diese Belastungen sind mit Hilfe der Bioresonanzdiagnostik gut nachweisbar.
Nach der Diagnose ist die gezielte Ausleitung der Toxine eine zentrale Aufgabe. Zur Entgiftung und zur Tumorzellschädigung empfiehlt Seeger verschiedene hypertherme Verfahren, beispielsweise aktive (Fieber) und passive Hyperthermie (d. h. von außen, beispielsweise durch Bäder und Sauna; NB: Seegers Buch erschien 1974!). Inzwischen setzen wir die viel effektivere Elektro-Tiefenhyperthermie in Kombination mit verschiedenen Infusionskonzepten ein, in fortgeschrittenen Fällen auch zusammen mit Chemotherapien.

Die Funktionsfähigkeit der Leber hängt stark von der Sauerstoffversorgung des Gesamtorganismus ab. Daher kommt der Sauerstofftherapie bei der Entgiftung große Bedeutung zu. Auch die Versorgung mit hohen Dosen Vitamin C unterstützt die Leber bei ihren Entgiftungsaufgaben, ebenso wie verschiedene Pflanzen, die Seeger vorstellte. Des weiteren empfiehlt Seeger Sauna und Überwärmungsbäder: In eigenen Arbeiten hatte er nachgewiesen, dass Krebszellen bei Temperaturen von über 38°C und mehr ihre Vitalität einbüßen, wohingegen ihre Virulenz durch Unterkühlung erheblich gesteigert wird (siehe auch unten:  „Der 4. Weg: Aktivierung und Restitution der gestörten Zellatmung“ und  „Der 7. Weg: Aktivierung der körpereigenen Abwehrkraft“).

Der 4. Weg: Aktivierung und Restitution der gestörten Zellatmung

Der 4. Weg, die Aktivierung und Restitution der gestörten Zellatmung, ist laut Seeger „der Eckpfeiler der Zehn-Wege-Therapie des Krebses“.

Seeger hatte nachgewiesen, dass durch geeignete Therapien die Atmung der Krebszellen wieder aktiviert und normalisiert werden kann. Außerdem hatte er gezeigt, dass die Virulenz von Krebszellen zu deren Atmungsintensität umgekehrt proportional ist. Das bedeutet, dass Krebszellen mit sehr niedriger Atmung eine hohe, Krebszellen mit hoher Atmung dagegen eine sehr niedrige Virulenz haben. Durch eine Aktivierung der Zellatmung in den Krebszellen kann folglich deren Virulenz gesenkt werden. Daraus wiederum ergibt sich, dass die am meisten geschädigten Zellen durch das körpereigene Abwehrsystem vernichtet, die anderen Tumorzellen hingegen stoffwechselmässig normalisiert werden. Das Resultat: Geschwülste bilden sich zurück.

Als Methoden, um die Zellatmung zu verbessern, nannte Seeger in erster Linie Sauerstoffverfahren wie Ozon-Sauerstofftherapie und HOT (Hämatogene Oxidationstherapie). In mehreren Versuchsreihen konnte er außerdem nachweisen, dass verschiedener Substanzen die Zellatmung verbessern. Zu diesen Substanzen gehören beispielsweise die Ascorbinsäure (Vitamin C), der Farbstoff Anthocyan (enthalten in der roten Beete und im Präparat „Anthozym Petrasch“) und die Rechtsmilchsäure, die die im Tumorstoffwechsel gebildeten Links-Milchsäure ausleitet.

Die Procain-Basentherapie nach Öttmeier und Reuter hat in diesem Zusammenhang ebenfalls einen hohen Stellenwert.

Der 5. Weg: Hemmung des Gährungsstoffwechsels

Der fünfte Weg der Zehn-Wege-Therapie ist die Hemmung des Gährungsstoffwechsels der Körperzellen (auch Zellgärung oder Glycolyse genannt).

Seeger fiel auf, dass bei Krebspatienten die Milchsäureproduktion innerhalb der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) auf das vierfache der Norm gesteigert war. Das bedeutet, dass die Zellatmung in den roten Blutkörperchen auf ein Viertel abgefallen war. Dadurch sinkt die Fähigkeit des Hämoglobins, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Tumorpatienten erkennt man häufig an ihrer blassen Gesichtsfarbe, eine äußerlich sichtbare Folge des zerstörten Hämoglobins und der geschädigten roten Blutkörperchen.

Der 5. Weg nach Seeger ist folglich die Hemmung der Zellgärung durch das von Kuhlmey entwickelte Medikament „Polyerga“. Aus unserer heutigen Sicht benötigen wir für die Hemmung der Zellgärung allerdings keine Medikamente mehr. Mit der (damals noch nicht bekannten) großen Ozon-Eigenbluttherapie steht uns inzwischen ein sehr effektives Verfahren zur Verfügung, das die die Zellatmung verbessert und dadurch die Zellgärung hemmt.

Der 6. Weg: Aktivierung der Antikörperbildung

Als sechsten Weg nannte Seeger die Aktivierung der darniederliegenden Antikörperbildung. Das geschieht durch Präparate, die Karzinom-Antigene enthalten, sogenannte Tumornosoden. Daneben finden immunstärkende Zellpräparate wie Thymusextrakt und Eigenblutinjektionen Anwendung.

Der 7. Weg: Aktivierung der körpereigenen Abwehrkraft

Der siebte Weg befasst sich mit der Aktivierung der körpereigenen Abwehrkraft.

1958 konnte Seeger zusammen mit Schacht im Tierversuch nachweisen, dass die körpereigene Abwehrkraft der Virulenz der Krebszellen umgekehrt proportional ist. D. h. die Krebszellen von Tieren ohne körpereigene Abwehrkraft besaßen eine hohe Virulenz beziehungsweise Proliferationsrate. Bei Tieren mit guter körpereigener Abwehr dagegen wiesen die Krebszellen eine geringe Virulenz auf. Durch Aktivierung der körpereigenen Abwehr gelingt es also, das maligne Wachstum von Krebszellen zu stoppen.

Therapeutisch führte Seeger verschiedene Mistel-Präparate an, Injektionen mit pflanzlichen Immunstimulanzien, aber auch die Steigerung der Abwehrkräfte des Immunsystems durch Stoffwechselprodukte von Darmbakterien (Symbioflor).

Auch wir setzen weiterhin Mistelextrakte ein, sehen jedoch deutlich bessere Anregungen der Lymphozytenzahlen und -aktivität durch hochmolekulare Thymusextrakte (Eigenherstellung, leider nicht mehr im Handel) (4).

Der 8. Weg: Optimierung der Ernährung

Der achte Weg der Zehn-Wege-Therapie befasst sich mit der Optimierung der Ernährung.

In erster Linie empfiehlt Seeger Krebspatienten, die Zufuhr von Kohlenhydraten auf ein Minimum zu beschränken, also insbesondere Glucose, Industriezucker und Weizenprodukte vom Speiseplan zu streichen. Der Grund ist, dass der Abbau von Glucose (Glykolyse) nach Seegers Untersuchungen die Atmung von Krebszellen umso mehr senkt, je virulenter diese sind. Gleichzeitig steigert Glucose die Gärung und damit die Bildung von pathogener Linksmilchsäure.

Bei den Eiweißprodukten sollte auf Fleisch von Schweinen und allen Masttieren verzichtet werden. Seeger empfiehlt dagegen Sauermilchprodukte, insbesondere auch in Verbindung mit Leinöl, daneben viel pflanzliche Eiweiße, zum Beispiel auf Sojabasis.

Auf Hartfette und Margarine sollte ebenfalls verzichtet werden. Er empfiehlt stattdessen verschiedene hochungesättigte Fette (Lecithin, Linolsäure, Distelöl, etc.). Auch Kaffee (wegen der karzinogenen Röstprodukte), Kakao und Tee, sowie natürlich Tabak, sind seiner Meinung nach ungünstig.

Empfohlen wird hingegen Sauerkrautsaft und milchsauer vergorener Rote-Beete-Most. Außerdem ungezuckerte Muttersäfte von Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren, Sanddorn und Äpfeln.

Unsere Ernährung ist heute vielleicht mehr noch als früher die Quelle vieler Gesundheitsschäden (5). Leider können wir uns nicht darauf verlassen, dass die Behörden uns vor belasteten Lebensmitteln schützen.

Der 9. Weg: Beseitigung von Darmfunktionsstörungen

Bereits vor 80 Jahren erbrachten Forschungen den Nachweis, dass die Darmflora, also die Zusammensetzung der Darmbakterien, bei Krebskranken gestört ist (Dysbakterie, Dysbiose). Kollath behauptete 1953 gar, dass es keine Krebserkrankung gibt, bei der nicht eine gesicherte Dysbakterie vorliegt.

Durch eine Regenerierung der Darmflora, zum Beispiel durch das Medikament „Mutaflor“, konnte in vielen Fällen ein hemmender Einfluss auf das Krebswachstum nachgewiesen werden (Burghardt, ebenso Stieler). Empfohlen werden auch die Präparate Omniflora und Colibiogen.

Auch wir finden heute bei Krebspatienten häufig Darmfunktionsstörungen, oft als Folge von Lebensmittelunverträglichkeiten oder unkritisch verordneten Antibiotikatherapien (6). Neben der Bioresonanzdiagnostik sind hier auch Colonhydrotherapien wichtige Unterstützungsmaßnahmen.

Der 10. Weg: Stützung von Herz und Kreislauf

Als zehnte Maßnahme der Zehn-Wege-Therapie empfiehlt Seeger die Stützung von Herz und Kreislauf. Hier werden Magnesium-Kalium und Weißdornpräparate genannt.

Für den Inhalt verantwortlicher Autor:
Dr. Achim Schuppert

Literaturliste
  1. Vgl. http://www.uni-magdeburg.de/mbl/Biografien/0976.htm
  2. Lechner, J.: Kavitätenbildende Osteolysen des Kieferknochens, 2011, ISBN 978-3-931351-19-9
  3. Runow, K-D.:Krebs – eine Umweltkrankheit?, 2013, Suedwest-verlag, ISBN 978-3-517-08772-6
  4. Neumeyer, G.: Thymuspeptidezur Behandlung chronischer und maligner Erkrankungen. 1996, Haug-Verlag, ISBN 3-7760-1589-6
  5. Rohm, M., Herzig, S., Schafmeier, T.: Rund und gesund? – Der Beitrag von Übergewicht zur Krebsentstehung und Implikationen für die Therapie. Dt. Z. f. Onkologie 2014; 46: 167-174
  6. Vollmer, J.: Der Darm-IQ. Integral-Verlag 2014, ISBN 978-3-7787-9251-3